Selten gab es in der Musikgeschichte einen Verlierer, bei dem die
Bezeichnung so wenig gepasst hatte wie bei
Mike Leon Grosch . Zwar war der
29-jährige Kölner in der Finalsendung der RTL-Erfolgsshow „Deutschland
sucht den Superstar“ am 18. März 2006 seinem direktem Konkurrenten
Tobias Regner unterlegen,
dennoch stehen mit „Don’t Let It get You
Down“ und „Absolute“
Debütsingle und –album des hochtalentierten Sängers kurz vor
Veröffentlichung. Was war geschehen? Nachdem man im Hause
SONY BMG erkannt hatte, dass das
musikalische Potenzial der dritten DSDS-Staffel extrem hoch gewesen war
und v.a. die beiden Finalisten nicht nur das Publikum, sondern auch die
Fachjury restlos überzeugt hatten, beschloss man,
Mike die Chance zu geben, sein
Talent unter der Beweis zu stellen und eine Musik-Karriere ermöglichen.
Eine ähnliche Situation hatte es bereits 2002 in
England bei der dortigen DSDS-Entsprechung „Pop Idol“ gegeben: Neben
Sieger Will Young erhielt auch der Zweitplatzierte Gareth Gates die
Gelegenheit, Singles und Alben zu veröffentlichen, und siehe da: Ebenso
wie Young gelangen auch Gates vier Nummer-Eins-Hits im Mutterland der
Popmusik, darunter auch „Anyone Of Us (Stupid Mistake)“, das sich auch
hierzulande in den Top 3 der Single-Charts platzieren konnte.
Zurück nach Deutschland, zurück zu
Mike Leon Grosch. Ebenso wie
Tobias Regner hatte sich auch
der Sohn einer koreanischen Mutter und eines deutschen Vaters gegen
insgesamt 14.000 DSDS-Bewerber durchgesetzt, auch er hatte einen Song zum
Nummer-Eins-Album „Love Songs“
beigetragen (den Seal-Hit „Love’s Divine“) und auch er hatte sich durch
insgesamt neun K.O.-Runden namens „Motto Shows“ gekämpft. „ Für die
Menschen am Fernseher war DSDS eine tolle Samstagabend-Show, für mich war
es der völlige Wendepunkt in meinem Leben“, erklärt
Grosch, der die ersten beiden
Staffeln selbst vor dem Fernseher miterlebt hatte und sich u.a. für
Alexander Klaws die Finger wund gewählt hatte. „Der erste Kontakt mit
Fans, das erste mal eine Autogrammkarte von mir selbst in der Hand zu
halten, das erste BRAVO-Poster zu sehen, unser ‚Love Songs’ Album im
CD-Laden zu sehen, all die Vorbereitungen zur Show“, sagt er, „das waren
alles so einschneidende Erlebnisse, die ich niemals vergessen werde.”
Vor seiner DSDS-Zeit war der in Wuppertal
geborene Endzwanziger im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten nicht
festes Mitglied einer Band. „ In den letzten zwei Jahren, als ich
sozusagen meine eigene Stimme entdeckt habe, hatte ich einige
Gastauftritte bei befreundeten Bands oder habe unentgeltlich bei
Hochzeiten gesungen“, erinnert er sich. Den eigentlichen Kick, überhaupt
mit dem Singen anzufangen, bekam Mike
Leon Grosch – natürlich – bei einem Seal-Konzert. Ein weitere
große Inspiration war das Album „Room For Squares“ des Grammy-Preisträgers
John Mayer. „Die gefühlvolle Art zu singen hat mich total beeindruckt“,
schwärmt er.
Neben diesen beiden zählen u.a. Lenny Krawitz,
Phil Collins, Bruce Springsteen, Laith Al Deen, Xavier Naidoo, aber auch
Massive Attack, Prodigy, Evanescence, 50 Cent oder Eminem zu
Mikes persönlichen Vorbildern.
Sein größter musikalischer Traum wäre es allerdings, einmal mit dem
britischen Kult-Produzenten Trevor Horn zusammenzuarbeiten, der u.a. Seal,
Texas, Macy Gray, Sugarbabes, Kelly Rowland, Lisa Stansfield, Tina Turner
zu fantastischer Musik verhalf.
Aber auch mit seiner aktuellen Crew ist er
hochzufrieden: „Die Zusammenarbeit mit den Valicon-Produzenten war
großartig. Die Jungs waren freundlich und familiär. Musikalische
Vollprofis, die es schafften, aus mir das Beste herauszuholen. Genauso zu
erwähnen sind aber auch Peter Ries und Ronnie Meister von FM Production,
die auch schon das ‚Love Songs’-Album aufgenommen haben.“
Gemeinsam mit „Valicon“ entstand u.a. Mikes
Debütsingle, die die „Deutschland sucht den Superstar“-Fans bereits aus
der Final-Sendung kennen. „Don’t Let It
get You Down“ stammt aus der Feder von Kiko Masbaum, Michelle
Leonard und Sean Colon, die in ihrer Karriere u.a. bereits Stücke für
Vanilla Ninja, Joachim Witt, Sandy (ehemals No Angels) und Nubya
geschrieben hatten.
Ende Mai erscheint mit
„Absolute“Mikes Debütalbum, von
dem der DSDS-Zweitplatzierten bereits in den höchsten Tönen schwärmt: „’Absolute’
wird sehr erwachsen, sehr zeitlos und ruhig - aber auch gewaltig klingen.
Eine CD, die man sowohl im Auto als auch auf der Couch hören kann.“ Das
große erklärte Ziel ist und bleibt, mit der Musik und v.a. seiner Stimme
Mensch zu berühren. „Musik ist das einzige im Leben, das immer gibt - ohne
etwas zu nehmen“, erklärt Grosch.
„Ich habe die Möglichkeit, meinen großen Traum, Musik zu machen,
tatsächlich verwirklichen und möchte mich mit Hilfe meiner Musik bei all
den Menschen bedanken, die mich in dieser Zeit unterstützt haben und an
mich geglaubt haben.“
Und dazu zählten neben den Hunderttausenden, die
Mike Leon Grosch via
Telefonvoting ihre Stimme gegeben hatten, auch stets Freunde und Familie:
„Alle standen in der Zeit von DSDS wie eine Wand hinter mir“, erinnert er
sich. „Ich kann mir vorstellen, dass es auch für sie nicht leicht war, nur
übers Fernsehen verfolgen zu können, wie es mir geht. Aber ich bekam stets
volle Rückendeckung und totale Euphorie für meinen Traum. Toll waren auch
die Reaktionen meines Chefs und der Firma, die mir ohne Einschränkungen
Urlaub gaben und zu der ich jederzeit zurück hätte gehen können.“
Daran muss der Sänger allerdings vorerst keinen
Gedanken verschwenden – denn in der nächsten Zeit wird
Mike Leon Grosch erstmal vollauf
beschäftigt sein, den Wünschen und Anforderungen der Fans, der Medien und
der Musik gerecht zu werden. Und wenn es nach
Mike geht, wird sich daran auch
so schnell nichts ändern: „Mein großes Ziel liegt in der Langfristigkeit.
Ich möchte die Musik machen, wie ich sie selbst liebe. Eine Mischung aus
Sounddichte und handgemachter Musik, wie es z.B. Massive Attack, Prodigy
und Seal machen - und dabei meine Handschrift hinterlassen.“